Terminology rant or: Ode on the abuse of the German language

Vorsicht, Sprachspießer-Alert!

In den vergangenen Wochen sind mir (hauptsächlich aber nicht ausschließlich) in der Dolmetschkabine so viele Wort- und Satzmonstrositäten begegnet, dass ich ihnen nun einen eigenen Blogeintrag widme, um mich abzureagieren.

Im folgenden präsentiere ich (anonymisiert) ein “best of” dessen, was deutschsprachige Redner einem internationalen Publikum so um die Ohren hauen, ohne darüber nachzudenken, ob ihnen jemand folgen kann oder gar ob da irgendwo in einer Box Dolmetscher sitzen, die ihre Logorrhö dann auch noch in anderen Sprachen wiedergeben müssen. Aber warum einen Gedanken an mein Zielpublikum verschwenden…

Mitdenken ist offenbar überbewertet…

Ihre Abmeldung der transaktionalen Shop-Kommunikation wurde vermerkt.

abwärtsmobile weiße Männer begehen

pauschalisierende Elitenschelte und denken sich dabei

wie folgt

Für viele Bürger gewärtigt sich:entweder die EU beendet ihren geostrategischen Urlaub und bemüht sich (…) die negativen Implikationen des geopolitischen Wettbewerbs zu konterkarieren, oder sie führt den politischen Kleinmut weiter Gassi und depraviert zu einem Akteur

Denn

die an Lernzielen orientierte fachliche Anleitung unterscheidet sich je nach Einsatzstelle, die Zielsetzung ist jedoch identisch.

Das gilt vor allem für rassistisch Betroffene. Sie wollen kommunikative Wege legen.

In Machbarkeitsräumen und auf der Erfahrungslandkarte. Als Datensubjekt oder Reisekonsument.

(to be continued)

Mal im Ernst, kann denn heute niemand mehr so reden, dass man ihn versteht und nicht in jedem zweiten Satz ein mentales “häääh?”im Kopf hat

Und selbst wenn man einmal davon ausgeht, dass wir Dolmis im Schweiße unseres Angesichts versuchen, aus dem Gesagten nicht nur Sinn zu machen, sondern es zeitgleich auch noch in eine andere Sprache übertragen, stellt sich doch die Frage, wie viel Prozent dieser geistvollen Aussagen denn bei Otto Durchschnittszuhörer noch ankommen, der Englisch möglicherweise gar nicht auf muttersprachlichem Niveau beherrscht, sich aber angesprochen fühlen soll?

Ganz zu schweigen von der Frage, wie viel davon in einer dem Deutschen sprachlich und kulturell deutlich weiter entfernte Sprache wie etwa Chinesisch noch reproduzierbar ist…

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